Offene Daten für Deutschland

Ob Umwelt-, Versorgungs-, Geo- und andere Daten – der Open Data-Ansatz ist entscheidend, wenn man die wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts – die Information – erschließen und die Wissensgesellschaft weiterentwickeln will. Diesen Schritt schafft niemand im Alleingang. Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft müssen zusammen kommen, um die Potenziale der Daten zu öffnen. Dann wird aus einer Verknüpfung von Betreuungsinfrastruktur, Umweltbelastung und Demographie z.B. eine Landkarte der Familienfreundlichkeit, aufgebaut und  betrieben von Bürgern, NGOs oder Unternehmen. Oder eine Behörde verbessert ihre Datenqualität, indem sie ihre Daten veröffentlicht und den Menschen die Möglichkeit gibt, auf Fehler oder Lücken hinzuweisen. Das macht Prozesse nachvollziehbar und stärkt das Vertrauen zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Mit dem Internet der Dinge werden die Datenberge weiter wachsen. Wir sollten sie bewirtschaften – kompetent, konzeptionell und gemeinsam.

Open Government Data – Offene Daten im öffentlichen Sektor

Die strukturierte Bereitstellung von Daten und Informationen im öffentlichen Sektor gewinnt immer mehr an Bedeutung. Unter dem Schlagwort „Open Data“ veröffentlichen Behörden und Gebietskörperschaften Daten zur Weiterverwendung durch Dritte. Den Rechtsrahmen für Open Data bilden nationale Normen wie das Informationsfreiheitsgesetz oder das Informationsweiterverwendungsgesetz. Darin werden Regeln des Zugangs und der Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors festgelegt. Die Verwaltungsdaten können dabei auf einer zentralen Plattform bereitgestellt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Bürger können sich leichter über Prozesse und Ergebnisse ihrer Verwaltungen informieren, während gleichzeitig Verwaltungsmitarbeiter von Einzelauskünften entlastet werden und schneller Daten finden, die ihre Kollegen aus anderen Abteilungen bereits einsetzen. Die Zusammenarbeit innerhalb der öffentlichen Verwaltung wird so effizienter.

Open Data – Der Schlüssel zu Innovationen und neuen Geschäftsmodellen im privatwirtschaftlichen Sektor

Internetbasierte Open-Data-Plattformen geben nicht nur für transparentes Verwaltungshandeln und Partizipation neue Impulse. Sie bieten auch Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle und begünstigen die Entwicklung von Diensten und Anwendungen. Die Öffnung von Datenbeständen verbunden mit der stetig zunehmenden Verbreitung von mobilen Endgeräten bietet zudem ein großes wirtschaftliches Potenzial für innovative Unternehmen, Start-ups und talentierte Entwickler. Die sinnvolle Verknüpfung von Open Data und Open Innovation ermöglicht die Umsetzung konkreter Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Verkehr und Umwelt mit direktem Einfluss auf das alltägliche Leben in der intelligenten Stadt von morgen. Die Umsetzung von Open Data in öffentlichen und privaten Institutionen setzt jedoch einen grundlegenden Wandel im Verwaltungshandeln und -denken voraus.

Fraunhofer FOKUS verfügt über langjährige Erfahrungen in der Umsetzung und der wissenschaftlichen Begleitung von IT-Projekten im öffentlichen Sektor. In zahlreichen nationalen und internationalen Projekten erarbeiten die Wissenschaftler derzeit Konzepte, Technologien und Lösungen rund um das Thema Open Data.

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