Die Open Government Plattform für Deutschland (OGPD) ist ein Erschließungsportal für elektronisches Material der öffentlichen Verwaltung, insbesondere Daten, aber auch Dokumente und Applikationen. Sie bündelt dezentral gepflegte Dateien in einer übersichtlichen Oberfläche und ermöglicht Bürgern im Allgemeinen und Entwicklern, Datenjournalisten, Verwaltungen und Unternehmen im Speziellen einen zentralen Zugangspunkt. Außerdem bietet sie den Nutzern einen kommunikativen Rückkanal zu den Datenbereitstellern in den Behörden.

Um diese Zwecke zu erfüllen, umfasst die Plattform zwei Kernkomponenten: ein Content Management System (CMS) und einen Datenkatalog. Das CMS sorgt für die Verwaltung redaktioneller Inhalte wie Informationsseiten, Linksammlung, Neuigkeiten, Möglichkeiten zur Kommentierung und Bewertungen durch Nutzer und unterstützt eine integrierte Darstellung des Datenkatalogs. Im Katalog dagegen werden die Metadaten, die die Daten, Dokumente und Applikationen beschreiben, gehalten, die wiederum auf dezentrale Datenangebote (online verfügbare Dateien oder Dienste) verweisen.

Dieses Architektur-Muster findet sich in vergleichbaren Portalen wieder. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Wahl der Software-Produkte für diese Komponenten und in der Art und Weise, wie diese miteinander interagieren. Zur Wahl von Liferay als CMS und CKAN als Datenkatalog sei auf die OGPD-Studie verwiesen. Hier soll nur erklärt werden, wie diese zusammenwirken und von den Akteuren (beispielsweise Nutzer oder Redakteur) der Plattform genutzt werden können.

Im Kern steht das CMS Liferay, das den Großteil der Funktionalität als sogenannte Portlets in einer Weboberfläche bereitstellt. Redaktionelle Inhalte wie Artikel und Blog-Post werden direkt hier erstellt. Die Inhalte des Datenkatalogs werden über Suchmasken und Ergebnislisten eingeblendet. Datenbereitsteller können über ein Webformular neue Datensätze registrieren oder bestehende aktualisieren.

Zusätzlich zum Abfragen/Bearbeiten via CMS kann der Datenkatalog direkt über eine REST-Schnittstelle angesprochen werden. Mit dieser können Datenbereitsteller automatisiert aus ihren Datenbeständen in die OGPD veröffentlichen.

Für solche Datenbereitsteller, die bereits selber eine Datenkatalog aufgesetzt haben und anbieten, ist die Harvesting-Komponente vorgesehen. Diese ermöglicht es, bestehende Kataloge zu „ernten“, also deren Inhalte zu importieren und dabei nach Relevanz zu filtern und auf die Metadaten-Strukturen in der OGPD zu transformieren. Für die OGPD werden derzeit per INSPIRE-CSW bzw, CKAN-API die Kataloge der Geodaten-Infrastruktur, PortalU, destatis, Berlin, Bremen und Hamburg ausgelesen. Mit Blick auf die Open-Data-Kriterien werden dabei nur solche Datenangebote berücksichtigt, die eine elektronische Ressource, Beschreibung und eine wohldefinierte Lizenz haben.

Für die Nutzer ist die Weboberfläche der wichtigste Zugang zur OGPD. Hier können redaktionelle, Daten und Community-Inhalte durchsucht werden. Die Nutzer erhalten über die OGPD direkten Zugang zu online verfügbaren Datenangeboten. Zugleich können diese kommentiert und bewertet werden.

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Über den Autor: Florian Marienfeld

4 Kommentare

  1. Inwieweit ist es denn momentan schon möglich, die hier vorgestellte Open Government Plattform zu nutzen? Meine ersten Suchen im Internet haben da nicht viel Nützliches ausgespuckt. Außerdem interessiert mich, ob über die Plattform auch die Bonitätsinformationen über Unternehmen abrufbar sein werden, so wie dies ja bei manchen Webseiten bereits der Fall ist. Ich bin selber nicht „vom Fach“, wie man so sagt, deshalb die etwas unbeholfenen Fragestellungen. Hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt. Ansonsten sage ich erst mal vielen Dank für Ihren Artikel und hoffe, dass es in dieser Hinsicht weiter vorangeht. Ich finde es auf jeden Fall begrüßenswert, wenn die Kommunikation zwischen Bürgern und der öffentlichen Verwaltung durch Software und Internet endlich einmal vereinfacht wird.

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  2. „Nach Relevanz filtern“ heißt hier: Aus anderen Datenkatalogen werden nur solche Einträge übernommen, die die Minimalkriterien für GovData.de erfüllen, also online verfügbare Ressource, klare Lizenzangabe, veröffentlichende Stelle angegeben.

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  3. Ich glaube das hat nichts mit einer Datenschutzrechtlichen Analyse zu tun!

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  4. Pingback: Open-Government Data Plattform für Deutschland › Open-Everything!

  5. Verbirgt sich hinter Relevanz eine datenschutzrechtliche Analyse, bzw. nach welchen Kriterien sollen die Inhalte gefiltert werden?

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