Eins der Hauptziele des Prototyps GovData.de ist es, möglichst viele offene Datensätze aus Deutschland in einem Katalog zu vereinigen. Der größte Teil wird dabei automatisch durch so genannte Harvester importiert. In diesem Artikel geben wir Ihnen eine Übersicht, welche Werkzeuge dabei zum Einsatz gekommen sind, und wie diese sich bewährt haben.
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Auch 2013 zählen Open Government und Open Government Data zweifellos zu den richtungsweisenden Themen für die Modernisierung von Regierung und Verwaltung in ganz Europa. In den letzten Jahren wurden wichtige Grundsteine gelegt, um Transparenz, Beteiligung und Zusammenarbeit weiter voranzutreiben. Das es sich bei dem Thema um eine länderübergreifende Angelegenheit handelt, machte bereits die ersten OGD-D-A-CH-LI-Konferenz deutlich. Auch die zweite OGD D-A-CH-LI-Konferenz, die am 16. Mai 2013 in Berlin stattfindet, zielt auf einen Erfahrungsaustausch zwischen Politik, Verwaltung, Bürgern, Wirtschaft und Wissenschaft im D-A-CH-LI-Raum. Sie steht diesmal unter dem Motto „Open Government – Bürgernähe durch Kulturwandel“.
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In Kürze wird der von Fraunhofer FOKUS im Auftrag des Bundesministeriums des Innern (BMI) entwickelte Prototyp des Open-Government-Portals Deutschland online gehen. Ziel des Portals ist es, ebenübergreifend die Datenbestände deutscher öffentlicher Stellen zentral verfügbar zu machen. Zum Start werden bereits eine Vielzahl an Datensätzen verschiedener Fachportale sowie aus mehreren Ländern und Kommunen verfügbar sein.

Bis zum Start – und natürlich auch darüber hinaus – freuen wir uns aber über jeden weiteren Teilnehmer, der seine Daten auf diesem Weg bereitstellt. Alle Datenbereitsteller, die von Anfang an dabei sind, werden im Rahmen des Portals-Starts natürlich besonders hervorgehoben; eine gute Möglichkeit, um auf die eigenen Open-Data-Aktivitäten hinzuweisen. Für eine Teilnahme ist nicht viel erforderlich. Teilnehmer müssen insbesondere nicht bereits über eine Open-Data-Infrastruktur o.ä. verfügen. Sie müssen lediglich verschiedene Informationen zu ihren Datensätze zur Verfügung stellen. Die Übernahme in das Portal übernimmt dann das Projektteam.

Interessierte Kommunen wenden sich am Besten direkt an Fraunhofer FOKUS.

Update am 15.1.2013: Ergänzung um Angabe zur CC-Lizenz des Blog-Artikels:

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Ein Gastbeitrag von Dr. Helene Groß, Referentin im Bundesministerium des Innern und dort zuständig für das Projekt Open Government:

Die Bedingungen, unter denen ein Datensatz genutzt werden kann, werden durch Nutzungsbestimmungen oder Lizenzen festgelegt. Über die mögliche Verwendung von Datensätzen entscheidet dabei der jeweilige Datenbereitsteller. Häufig haben Datensätze jedoch keine, unklare oder uneinheitliche Nutzungsbestimmungen. Dies erschwert die Nutzung: Für den Nutzer ist dann nicht klar ersichtlich, ob und inwieweit er die Daten verwenden darf oder auf welche Weise er Datensätze mit verschiedenen Nutzungsbestimmungen miteinander verknüpfen kann.

Das Projekt Open Government hat es sich daher zum Ziel gesetzt, die Verwendung weniger, einfacher und einheitlicher Nutzungsbestimmungen zu fördern.

Dies soll durch zwei Maßnahmen erreicht werden:

1. Keine Aufnahme in den Datenkatalog ohne eindeutige Nutzungsbestimmungen

Eine entscheidende Voraussetzung für die Aufnahme in den Metadatenkatalog des Open-Government-Portals Deutschland sind eindeutig formulierte Nutzungsbestimmungen. Es muss für alle Datensätze und Dokumente unmissverständlich festgelegt sein, unter welchen Bedingungen diese verwendet werden dürfen. Die Eingabemaske für Metadaten enthält hierzu ein entsprechendes Feld, das zwingend ausgefüllt werden muss.

2. Etablierung einer Standardnutzungsbestimmung

In Zusammenarbeit von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden wurden zwei Kategorien von Nutzungsbestimmungen entwickelt. Diese sollen in der Pilotphase des Portals möglichst breit angewendet werden. Im Zuge dessen soll insbesondere auch die Eignung und Akzeptanz der Nutzungsbestimmungen durch Verwaltung und Nutzer überprüft werden. Für den Start der Pilotphase steht eine vorläufige Version der Nutzungsbestimmungen zur Verfügung:

  • Als Standardnutzungsbestimmung wird die „Datenlizenz Deutschland – Namensnennung“ (TXT oder alternativ PDF / Word) empfohlen.
  • Sofern der Datenbereitsteller die kommerzielle Nutzung ausschließen will, soll die „Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – nicht kommerziell“ verwendet werden (TXT oder alternativ PDF / Word).

Weitere Informationen für Datenbereitsteller zum Thema Nutzungsbestimmungen als TXT– oder alternativ als PDF– und als Word-Version.

Update am 1.2.2013: Aktualisierung der Informationen für Datenbereitsteller als TXT– oder alternativ als PDF– und als Word-Version

 Update am 15.1.2013: Ergänzung um Angabe zur CC-Lizenz des Blog-Artikels:

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Am 7.12. trafen sich rund 20 Open Data begeisterte Entwickler, Aktivisten und Verwaltungsmitarbeiter um den Fortschritt der Open Government Plattform für Deutschland zu begutachten und die weitere Entwicklung mitzugestalten. Zu dem ganztägigen Treffen in Berlin-Charlottenburg hatten das Bundesministerium des Innern und Fraunhofer FOKUS geladen. Ziel der Veranstaltung war es, auch die Community in den Entwicklungsprozess einzubinden.

Nach einer kurzen Einführung in die Architektur der Plattform konnten die Teilnehmer selbst auf ein Live-System zugreifen und sich so ein Bild von den ersten beiden umgesetzten Komponenten verschaffen: Datenkatalog und Bibliothek. Im Hauptteil konzentrierten sich sie versammelten Open Data-Enthusiasten in getrennten Gruppen auf ausgewählteThemen, wobei jeweils die verantwortlichen FOKUS-Entwickler mit den passenden externen Experten diskutierten.

Beim Thema Suchfunktion herrschte Einigkeit darüber, dass ein einfaches Suchfeld plus Filter angemessen ist. Suchterme sollte unbedingt mit UND statt mit ODER verknüpft werden; alternativ könnte nach Relevanz sortiert werden, wodurch UND-Treffen automatisch weiter oben stehen. Unterkategorien sollten nicht wie geplant hierarchisch, sondern eher wie Schlagwörter dargestellt werden.

Vorschau auf den PrototypenHinsichtlich der Kennzeichnung von Lizenzen bzw. der Nutzungsbestimmungen betonte die Community die Wichtigkeit einer deutlichen Kennzeichnung von freien Datensätzen, also solchen, die höchstens die Nennung der Quelle vorschreiben (attribution), d.h. insbesondere nicht geldleistungspflichtig sind kommerziell genutzt werden können. Datensätze, auf die das nicht zutrifft, müssten zuverlässig als “eingeschränkt” bezeichnet werden. Ob die Einschränkung konkret in einer Zahlungspflicht, Nutzungsbeschränkung oder etwas anderem bestehe, sei dagegen zweitrangig; d.h. möglichst genaue Angaben seien hier zwar hilfreich, können aber im Zweifelsfall dem Interessierten zur Recherche überlassen werden. Darüber hinaus müssen weitere Lizenzen in Metadaten-Struktur aufgenommen werden, z.B. die Geo-Lizenzen und die Public Domain Dedication License.

Im Bereich Social Media wurde festgestellt:

  • Es soll ein Hilfeforum je Zielgruppe entstehen (Datenbereitsteller, Entwickler, Bürger)
  • Eine Netiquette ist nötig, um klare Richtlinien für das nachträgliche Moderieren von Kommentaren und Forumsbeiträgen vorzugeben.
  • Beliebige Suchanfragen sollten einfach als RSS-Feed abonnierbar sein.
  • Die Zugriffsstatistik der Plattform sollte als Datensatz verfügbar sein.

In der Harvesting-Gruppe wurde vor allem Wissenswertes zwischen den Geodaten-Experten Hr. Weichand von opendata.bayern.de und Hr. Seiler vom BKG und den CKAN-Experten bei FOKUS ausgetauscht. Es stellte sich heraus, dass ein automatischer Import der ISO19115-Metadaten in ein Open Data-Portal häufig nicht möglich ist bzw. den Umfang des Prototypen sprengt, da zentrale Angaben wie die veröffentlichende Stelle oder die Lizenz bundesweit nicht einheitlich kodiert werden. Hier soll zunächst das erschlossen werden, was mit wenig Aufwand entdeckt werden kann, und der Import später durch Hinweise von Datenbereitstellern und Geodatenexperten verfeinert werden.

Ein Penetration Testing im engeren Sinne konnte natürlich während des Workshops nicht durchgeführt werden. Dennoch wurden verschiedene angemessen Maßnahmen zur Absicherung diskutiert, insbesondere die Möglichkeit des Auditings durch einen Dienstleister.

Community WorskshopIm abschließenden Plenum gaben die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse wieder. Zudem wurden umfassendere Themen diskutiert. Dabei kristallisierte sich heraus, dass für einen langfristigen Erfolg der Open Government Plattform für Deutschland neben der Umsetzung von Funktionalität zwei weitere Aspekte entscheidend sind: Erstens benötigt das Thema kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Community-Management; es wird nicht ausreichen, das Portal bereitzustellen, vielmehr muss ein redaktionelles Team Open Data in Deutschland vorantreiben. Zweitens müssen mehr Datenquellen erschlossen werden. Die bisher involvierten Bereitsteller demonstrieren zwar die Funktionen der Plattform, für ein erfolgreiches Open Government Data Portal müssten jedoch noch deutlich mehr Institutionen und Gebietskörperschaften offene Daten beisteuern.

Insgesamt bescheinigten die Teilnehmer dem Projekt einen guten Fortschritt und sehen einem weiteren Workshop und dem Launch Anfang 2013 positiv entgegen. Beteiligen auch Sie sich per Mailingliste an der Entwicklung.

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Die Open Government Plattform für Deutschland (OGPD) ist ein Erschließungsportal für elektronisches Material der öffentlichen Verwaltung, insbesondere Daten, aber auch Dokumente und Applikationen. Sie bündelt dezentral gepflegte Dateien in einer übersichtlichen Oberfläche und ermöglicht Bürgern im Allgemeinen und Entwicklern, Datenjournalisten, Verwaltungen und Unternehmen im Speziellen einen zentralen Zugangspunkt. Außerdem bietet sie den Nutzern einen kommunikativen Rückkanal zu den Datenbereitstellern in den Behörden.

Um diese Zwecke zu erfüllen, umfasst die Plattform zwei Kernkomponenten: ein Content Management System (CMS) und einen Datenkatalog. Das CMS sorgt für die Verwaltung redaktioneller Inhalte wie Informationsseiten, Linksammlung, Neuigkeiten, Möglichkeiten zur Kommentierung und Bewertungen durch Nutzer und unterstützt eine integrierte Darstellung des Datenkatalogs. Im Katalog dagegen werden die Metadaten, die die Daten, Dokumente und Applikationen beschreiben, gehalten, die wiederum auf dezentrale Datenangebote (online verfügbare Dateien oder Dienste) verweisen.

Dieses Architektur-Muster findet sich in vergleichbaren Portalen wieder. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Wahl der Software-Produkte für diese Komponenten und in der Art und Weise, wie diese miteinander interagieren. Zur Wahl von Liferay als CMS und CKAN als Datenkatalog sei auf die OGPD-Studie verwiesen. Hier soll nur erklärt werden, wie diese zusammenwirken und von den Akteuren (beispielsweise Nutzer oder Redakteur) der Plattform genutzt werden können.

Im Kern steht das CMS Liferay, das den Großteil der Funktionalität als sogenannte Portlets in einer Weboberfläche bereitstellt. Redaktionelle Inhalte wie Artikel und Blog-Post werden direkt hier erstellt. Die Inhalte des Datenkatalogs werden über Suchmasken und Ergebnislisten eingeblendet. Datenbereitsteller können über ein Webformular neue Datensätze registrieren oder bestehende aktualisieren.

Zusätzlich zum Abfragen/Bearbeiten via CMS kann der Datenkatalog direkt über eine REST-Schnittstelle angesprochen werden. Mit dieser können Datenbereitsteller automatisiert aus ihren Datenbeständen in die OGPD veröffentlichen.

Für solche Datenbereitsteller, die bereits selber eine Datenkatalog aufgesetzt haben und anbieten, ist die Harvesting-Komponente vorgesehen. Diese ermöglicht es, bestehende Kataloge zu “ernten”, also deren Inhalte zu importieren und dabei nach Relevanz zu filtern und auf die Metadaten-Strukturen in der OGPD zu transformieren. Für die OGPD werden derzeit per INSPIRE-CSW bzw, CKAN-API die Kataloge der Geodaten-Infrastruktur, PortalU, destatis, Berlin, Bremen und Hamburg ausgelesen. Mit Blick auf die Open-Data-Kriterien werden dabei nur solche Datenangebote berücksichtigt, die eine elektronische Ressource, Beschreibung und eine wohldefinierte Lizenz haben.

Für die Nutzer ist die Weboberfläche der wichtigste Zugang zur OGPD. Hier können redaktionelle, Daten und Community-Inhalte durchsucht werden. Die Nutzer erhalten über die OGPD direkten Zugang zu online verfügbaren Datenangeboten. Zugleich können diese kommentiert und bewertet werden.

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Eine der wichtigsten Eigenschaften offener Daten ist der leichte Zugang zu ihnen. Datenjournalisten und Anwendungsentwickler können Daten schneller und besser erschließen, wenn diese in zentralen Portalen auffindbar sind. Da eine zentrale Datenhaltung über Verwaltungs- und Domänengrenzen hinweg aus verschiedenen Gründen kaum umsetzbar ist (heterogene Daten, verteilte Kompetenz, Interessenskonflikte, etc.) und auch wenig sinnvoll ist, wird in der Regel eine dezentrale Datenhaltung mit einem zentralen Metadatenportal genutzt. An prominenter Stelle – etwa daten.berlin.de – werden Informationen zu und Verweise auf die Daten der Datenbereitsteller gesammelt und präsentiert – in Berlin beispielsweise die verschiedener Senatsverwaltungen, der Stadtreinigung und der Verkehrsbetriebe.

Was aber wird neben Name, Beschreibung und Autor in den Metadaten offener Datensätze festgehalten? Diese Frage stellt sich beim Erfassen der Metadaten als auch beim automatischen Austausch von Metadatensätzen, dem sogenannten Harvesting. Nur wenn Struktur und Bedeutung ausreichend einheitlich oder selbsterklärend sind, lässt sich ein zentrales Portal, hier für Deutschland, realisieren, das verschiedene Datenangebote und die Inhalte bestehender Datenkataloge vereinigt.

Einheitliche Metadaten werden in vielen Domänen mit unterschiedlichen Ansätzen und Prioritäten adressiert, beispielsweise für Umweltdaten oder bibliographische Daten (vgl. OpenGov-Studie Abschnitt Metadaten). Für Open Data hat es sich in Europa und Amerika bewährt, die Metadaten-Strukturen von CKAN (Comprehensive Knowledge Archive Network) der OKFN zu nutzen. CKAN ist für Open Data der de-facto-Standard für Datenkatalogsoftware.

CKAN tauscht Metadaten im JSON-Format aus. Das einzige Pflichtfeld ist der Name, der zugleich für Nutzer lesbar und URL-freundlich sein sollte, alle anderen Felder sind optional. Zu den Kernfeldern zählen Titel, Beschreibung, Ressourcen (also Datendateien oder -dienste), Lizenz und Ansprechpartner. Weitere Angaben können als JSON-Wörterbuch, d.h. als verschachtelte Schlüssel-Wert-Paare abgelegt werden. Diese Konzentration auf das Wesentliche zusammen mit der großen Flexibilität dürften der Grund für die Verbreitung dieses Metadatenmodells sein.

Im Lauf der Entwicklung von Open Data vor allem in Berlin und Deutschland zeichnete sich jedoch der Wunsch nach mehr Verbindlichkeit ab: Viele Datenbereitsteller und Entwickler wollten festgelegt haben, wo welche Information in welcher Form steht. Um einerseits den minimalen, flexiblen Charakter von CKAN und JSON zu erhalten und gleichzeitig eindeutig festzulegen, wie die Metadaten für OGPD aussehen sollen, entwickeln wir das JSON-Schema für Open Government Data (OGD).

Die OGD-Metadaten-Struktur wird auf github.com gepflegt. Sie ist nicht nur als Werkzeug gedacht, um valide Metadaten bestimmen zu können, sondern vielmehr als Kommunikationsmittel für Interessierte wie öffentliche Entscheider, Datenbereitsteller, Entwickler und andere Open-Data-Initiativen im deutschsprachigen Raum. Diesen Zwecken dient auch die frühzeitige Veröffentlichung im Beta-Stadium und die öffentlich nachvollziehbare Entwicklung auf github.com.

Die Metadaten-Struktur, die sowohl die Beschreibung von Datensätzen (inkl. von Datendiensten), von Dokumenten und von Applikationen unterstützt, ist wie folgt aufgebaut: Die wichtigsten Eigenschaften werden auf oberster Ebene abgelegt. Dazu gehören: Titel, Bezeichner, Beschreibung, Verantwortliche und Nutzungsbestimmungen. Weiterhin essenziell ist die Liste der Ressourcen, also die eigentlichen Daten, Dokumente oder Applikationen. Wichtigste Eigenschaft jeder Ressource ist wiederum deren URL. Außerdem können je Ressource  Beschreibung und Format vermerkt werden. Dieser Aufbau ermöglicht es beispielsweise, inhaltlich zusammengehörende Dateien als einen Datensatz zu erfassen, für gegebenenfalls verschiedene Zeitabschnitte, in verschiedenen Sprachen oder Formaten. Innerhalb des Bereichs “Extras” werden alle weiteren Angaben gespeichert. Dazu gehören vor allem die zeitliche und räumliche Einordnung, sowie die Angaben zur Herkunft bei importierten Einträgen.

Auf github.com finden sich neben dem Schema auch eine tabellarische HTML-Darstellung sowie Listen der zu verwendenden Kategorien und Lizenzen. Wir freuen uns auf Kommentare, Verbesserungsvorschläge und Fragen.

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Am 25. September 2012 trafen sich Vertreter aus Bayern, Bremen, Berlin, Baden-Württemberg und Hamburg als auch vom PortalU und von GDI-DE an unserem Institut Fraunhofer FOKUS in Berlin, um mit uns über die Metadaten-Struktur für OGDP zu diskutieren. Zudem wurde besprochen, wie bestehende Datenangebote in die OGDP überführt werden können.

Unter Harvesting versteht man das Zusammenführen von Metadaten aus verschiedenen Katalogen. Im Rahmen der OGPD werden die Metadaten der genannten Workshop-Teilnehmer sowie von DESTATIS geharvestet, insoweit sie den Minimalkriterien für Open Data entsprechen: Es werden nur solche Datensätze, Dokumente oder Applikationen übernommen, die eine frei zugängliche elektronische Ressource, eine Beschreibung und eine wohl definierte Lizenz haben.

Dazu habe ich die vorgeschlagene Metadatenstruktur erläutert. Sie wurde insbesondere bzgl. eindeutiger Bezeichner zur eindeutigen Rückverfolgung der Herkunft und zur Erkennung von Dubletten, des Umgangs mit Kontaktangaben, der Erkennung offener Lizenzen als auch der geographischen Abdeckung nachjustiert. Zudem wurden die Hauptkategorien zur Einordnung der Datensätze, Dokumente und Applikationen diskutiert und in die folgenden 14 Hauptkategorien zusammengefasst:

  • Wirtschaft und Arbeit
  • Transport und Verkehr
  • Umwelt und Klima
  • Geographie, Geologie und Geobasisdaten
  • Gesundheit
  • Verbraucherschutz
  • Infrastruktur, Bauen und Wohnen
  • Bildung und Wissenschaft
  • Öffentliche Verwaltung, Haushalt und Steuern
  • Gesetze und Justiz
  • Soziales
  • Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus
  • Bevölkerung
  • Politik und Wahlen

Diese Hauptkategorien dienen der prinzipiellen Einordnung und werden um spezifische, beispielsweise fachspezifische, Unterkategorien ergänzt. Für das Harvesten werden bestehende Kategorisierungen wie beispielsweise in INSPIRE oder EVAS auf diese 14 Kategorien abgebildet.

Nach Klärung der Metadaten-Struktur als Zielstruktur für bereitzustellende Daten, Dokumente und Applikationen wurden verschiedene Wege zur Bereitstellung/Aufbereitung der Bestände im OGPD besprochen. Im Ergebnis werden vier verschiedene Wege realisiert und angeboten werden:

  • Passives Bereitstellen per CSW, das beispielsweise für den Geodatenkatalog und  PortalU angewendet wird
  • Passives Bereitstellen per CKAN/JSON, was beispielsweise bei Berlin, Hamburg und Bremen genutzt wird
  • Aktives Bereitstellen per CKAN-API, was beispielsweise von Bayern genutzt werden wird
  • Manuelles Eintragen per Formular, das beispielsweise vom Bundesministerium der Finanzen für die Haushaltsdaten genutzt werden wird

Das Hauptergebnis unseres Harvesting-Workshops ist sicher die überarbeitete Metadaten-Struktur, die nun unter https://github.com/fraunhoferfokus/ogd-metadata, Kurzlink: http://s.fhg.de/ogd-metadata verfügbar ist.

Das Führen der Metadaten-Struktur für OGPD auf GitHub erlaubt eine transparente, kooperative Pflege durch Versionskontrolle. Änderungswünsche können veröffentlicht werden, die Historie der Metadaten-Struktur wird dokumentiert und der aktuelle Stand ist jederzeit sichtbar.

Gerade haben Florian Marienfeld und Thomas Scheel noch eine HTML-Darstellung des JSON-Schemas der Metadaten-Struktur für OGPD aufgenommen, die die Metadaten-Struktur lesbarer und einfacher verständlich macht: http://htmlpreview.github.com/?https://github.com/fraunhoferfokus/ogd-metadata/blob/master/OGPD_JSON_Schema.html, Kurzlink: http://s.fhg.de/ogd-metadata-html

Wir freuen uns auf Eure Hinweise und Vorschläge zur Metadaten-Struktur und/oder zum Harvesten – gerne direkt unter GitHub, aber ebenso gerne hier.

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Drei Wörter im Titel garantieren in letzter Zeit volle Sitzreihen bei Vorträgen: Open, Government und Data. Die Öffnung von Regierung und Verwaltung ist eines der Top-Themen schlechthin. In der Breite erschließt “Open Government” diese Thematik, bezogen auf die Öffnung von Daten- und Informationsbeständen umfasst  es der Begriff “Open Data”.

Im Oktober trafen sich maßgebliche Wegbereiter der Open Government Data Bewegung in der deutschsprachigen D-A-CH-LI-Region in Wien bei der OGD D-A-CH-LI Konferenz zum Erfahrungsaustausch zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Prof. Ina Schieferdecker und ich waren seitens des Fraunhofer Instituts FOKUS vor Ort. Diskutiert wurde allgemein die Freigabe und Bereitstellung von Regierungs- und Verwaltungsdaten, den länderübergreifenden interoperablen Datenaustausch und die Harmonisierung der OGD-Standardisierung. Die Vorträge und ein Konferenzband [PDF] stehen online zur Verfügung.

Auch Deutschland war durch zahlreiche Akteure vertreten. So berichtete Dr. Wolfgang Both zum Stand in Berlin, Jan-Ole Beyer plädierte dafür, dass Offene Daten  „die Grundlage für stärkere Kooperation und Partizipation – kurz: für Open Government“ sind, Prof. Ina Schieferdecker berichtete über den aktuellen Stand der Metadatenstandardisierung und ich plädierte dafür, dass neben aller notwendigen Aufmerksamkeit für Open Data die breitere Perspektive Open Government nicht vernachlässigt werden darf.

Open Governemnt Data in Berlin: Erfahrungen und aktueller Stand

Dr. Wolfgang Both ist für die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung in Berlin mit dem Aufbau des ersten Open Data Portals in Deutschland betraut. Als erfahrener Open Data Experte teilte er auf der Konferenz seine Erfahrungen nach einem Jahr Open Data Portal Berlin mit den Anwesenden. Er hob insbesondere die positiven Auswirkungen der Zusammenarbeit mit der Netzgemeinde sowie die guten Erfahrungen mit dem Apps4Berlin-Wettbewerb hervor. Seit August 2012 tagt in Berlin eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe Open Data, die sich 2013 u. a. mit Fragestellungen der Weiterbildung zu Open Data und Open Government befassen wird und an einem Regierungsbeschluss zur Festlegung von Standards für Open Data arbeitet. Letzteres ist für Dezember 2013 geplant. Den Vortrag gibt es hier [PDF].

Offene Daten als Grundlage für stärkere Kooperation und Partizipation: Der Stand in Deutschland

Jan-Ole Beyer aus dem Bundesministerium des Innern berichtete in seinem Vortrag [PDF] über die Entwicklung zu Open Government Data in Deutschland und betonte, dass offene Daten „die Grundlage für stärkere Kooperation und Partizipation – kurz: für Open Government“ sind. Entgegen kurzzeitiger Verwirrungen auf Twitter (Tweet 1 / Tweet 2) kündigte er den Prototypen der Open Government Plattform für Anfang 2013 an. Beyer hob zudem konkrete Maßnahmen hervor, die angegangen werden müssen. So z.B. die Einigung auf Nutzungsbestimmungen, einheitliches Metadatenschema und eine Strategie für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit aber auch Informations- und Weiterbildungsmaterialien für verschiedene Zielgruppen –  “Die Leute müssen lernen, was sie mit den Daten machen können und wie sie diese Daten etwa für das Studium oder in der Schule nutzen können.”

Harmonisierung der Metadaten: Den Weg ebenen für den länderübergreifenden Zugang zu offenen Daten 

Als wichtiges länderübergreifendes Diskussionsthema stellten sich die Metadaten-Strukturen heraus. Österreich hatte im Oktober 2012 eine Version 2.0 ihres Metadatenstandards veröffentlicht und arbeitet derzeit bereits an einer Version 2.1, die vermutlich im Dezember hier verfügbar sein wird. Im Projekt Open Government Plattform Deutschland wird derzeit eine erste deutsche Metadatenstruktur entwickelt. Den aktuellen Stand diskutierte Ina Schieferdecker mit den D-A-CH-Li-Vertretern in einem Workshop. Dabei zog sie in ihrem Vortrag u.a. einen quantitativen und qualitativen Vergleich des österreichischen und des deutschen Ansatz. Beide Metadaten-Strukturen basieren auf CKAN und haben viele Gemeinsamkeiten. Es existieren Unterschiede beispielsweise in der Anzahl der Pflichtfelder (AT: 11 vs. D: 10) sowie der optionalen Felder (AT: 20 vs. D: 17). Qualitativ unterscheiden sie sich u.a. im Umgang mit Datumsangaben und Ansprechpartnern sowie unterschiedlichen Kategorien. Schieferdecker zog letztlich aber trotz der Unterschiede das Fazit, dass Diskrepanzen überwindbar sind und zeigte sich optimistisch hinsichtlich einer möglichen Harmonisierung.

Regierungen und Verwaltungen als sog. “Black Boxes” werden nicht länger Bestand haben

Ich selbst habe in meinem Vortrag [PDF] den Standpunkt vertreten, dass Open Government mehr als Open (Government) Data ist – eine Position, die in ähnlicher Form kürzlich ebenfalls von der Gesellschaft von Informatik im Memorandum zur Öffnung von Staat und Verwaltung [PDF] veröffentlicht wurde. Nicht nur die Technologien haben sich verändert, auch die Erwartungshaltung an Handlungen und Entscheidungsprozesse des öffentlichen Sektors ist eine andere geworden. Deswegen wird ein politisch-administratives System, das von außen als nicht nachvollziehbare Black Box funktioniert auch nicht länger Bestand haben. Vielmehr sollte sich das politisch administrative System für eine Mitwirkung durch Dritte öffnen (Partizipation) und vor dem Hintergrund geringer werdender eigenen Ressourcen stärker nach Kooperationen mit der Gesellschaft bei konkreten Aufgaben und Projekten streben (Kollaboration). Hinsichtlich der Nachvollziehbarbarkeit (Transparenz) vertrete ich die Auffassung, dass es wichtig ist, nicht nur Daten sondern auch Informationen – also Dokumente – in entsprechenden Formaten über Open-Data-Portale zugänglich zu machen. Viele für Bürger interessante Themen bleiben sonst außen vor – beispielsweise Gesetzestexte. Gerade wenn es um Open Data als Teil von Open Government geht, sollten zukünftig neben der technischen Betrachtung der Daten die Prozesse zwischen Bürgern, Verwaltungen und Unternehmen viel stärker in den Vordergrund rücken. Nur so können  offene Daten und Informationen sinnvoll in Partizipations- und Kollaborationsprozesse eingebunden werden und Input von Dritten nahtlos und mehrwertbringend in Verwaltungsabläufe einfließen.

Die Konferenzreihe OGD D-A-CH-Li wird vermutlich im Frühling 2013 am 16. Mai 2013 in Berlin im Rahmen des Effizienten Staats 2013 und im Herbst 2013 in der Schweiz fortgesetzt.

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