Letzte Woche war es soweit: Wir haben den Prototypen von GovData in den Pilotbetrieb gestartet, um seine erste öffentliche Vorführung auf der CeBIT 2013 technisch vorzubereiten.

GovData bietet u.a. Informationen zu online verfügbaren Datensätzen in maschinenlesbaren Formaten mit definierten Lizenzen, wobei derzeit sieben verschiedene offene Lizenzen für 1160 Datensätze und Lizenzen eingeschränkter Nutzung für acht andere Datensätze genutzt werden.

Der technische Start war mit einem so großen medialen Interesse verbunden, das den Server für den Prototypen an seine Leistungsgrenze gebracht hat. Ein Tag intensiver Arbeit folgte, um das Portal mit verstärkter Infrastruktur erneut an den Start zu geben.

Seither läuft GovData stabil, so dass es Zeit wird, nach initialen Zahlen zu den Datenangeboten des Portals einige Dinge rund um die technische Auslegung des Portals zu erläutern. Das Portal nutzt die de-facto-Standard-Infrastruktur für Open Data Portale CKAN. Vorgelagert ist ein Content Management System (CMS), da der Prototyp als Portal konzipiert ist, das neben Datensätzen weitere Elemente von Open Government abdecken könnte. So finden sich bereits heute in der Bibliothek nicht nur Informationen rund um offene Daten, sondern ebenso zu den Zielen von Open Government in Deutschland.

Sowohl CKAN als auch LifeRay (in seiner Community Edition) sind Open Source. Die Bereitstellung der Software von GovData unter GitHub ist derzeit in Klärung. Dort sind zudem die ToDo-Liste für den Prototypen als auch Vorschläge der GovData-Nutzer zu finden.

Zurückkommend auf das CKAN-Register von GovData: dieses nutzt eine CKAN-basierte Metadatenstruktur, die auf die Anforderungen eines ebenen- und fachübergreifenden Portals für Deutschland erweitert wurde. So umfassen die Metadaten beispielsweise einen Link auf den ursprünglichen Metadatensatz, falls ein Metadatum von einem anderen Portal geharvestet (damit ist das Abernten von Informationen bestehender Portale gemeint) wurde. Die Metadatenstruktur wird nicht nur für Datensätze, sondern ebenso für Dokumente (z. B.  pdf oder html) und Applikationen (z. B.  Android) genutzt. Die verwendeten Kategorien bei GovData sind eine Kombination der Kategorien bestehender Datenportale wie der Statistik, der Geodaten oder Berlins. So ist GovData kompatibel zu anderen CKAN-basierten Datenportalen, was das Harvesten dieser erleichtert. Gleichzeitig wird eine Kompatibilität der Metadaten für den deutschsprachigen Raum im Rahmen von DACHLI angestrebt, so dass die länderübergreifende Nutzung der Metadaten durch Interoperabilität der Metadaten-Strukturen unterstützt wird.

Lassen Sie mich abschließend ausgewählte Statistiken zu den ersten beiden Tagen des Portals geben: die nun verstärkte Infrastruktur hält dem derzeitig hohen Interesse am Pilotbetrieb des Prototypen für das Datenportal Deutschland von knapp 2,8 Mio Zugriffen in den ersten beiden Tagen stand:

Das Portal bindet seine Besucher im Schnitt für knapp 4 Minuten, in der Mehrzahl weniger als 30 Sekunden. Besucher werden sich wohl nach dem Auffinden eines interessanten Datensatzes zur Angebotsseite des Datensatzes begeben:

Die Anfragen kamen natürlicherweise insbesondere aus Deutschland, aber ebenso aus anderen europäischen Staaten oder von weltweit:

Darüberhinaus haben wir uns gefreut, dass die Arbeiten am Prototypen bereits im Vorfeld zur Öffnung von Daten in Deutschland beigetragen haben. So hat sich beispielsweise Moers mit eigenen, neuen Angeboten bei GovData eingebracht. Weitere Angebote sind in Vorbereitung, so dass das Ziel des kontinuierlichen Ausbaus der Datenbasis aktiv angegangen wird.

Zudem werden vom Team im BMI entlang der sogenannten „Wunschliste Verwaltungsvertreter angesprochen, um auch diese Datenangebote über GovData verfügbar zu machen. Ein erstes Häkchen ist hinter den Bundesfinanzhaushalt 2012 und 2013 mit den jeweiligen Nachträgen zu setzen – diese sind über das Portal erreichbar und stehen als amtliche Werke zur Verfügung.

Wir würden uns freuen, wenn das rege Interesse am Prototypen Bestand hat: sein Pilotbetrieb in 2013 und 2014 soll dazu dienen, Erfahrungen mit dem und Verbesserungsvorschläge zum Prototypen und den damit verbundenen Prozessen zu sammeln.

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Über den Autor: Ina Schieferdecker

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